DIE GESCHICHTE DES LEON WOLFF

UND WARUM AUFGEBEN KEINE OPTION IST

LEON WOLFF

Vom Rollstuhl ins neue Leben

Leon mit Thorsten Fink, ehemaliger Trainer des HSV und heutiger Trainer von Austria Wien

Was es bedeutet allumfassend von seinen Mitmenschen abhängig zu sein, können sich nur die Wenigsten vorstellen und eine noch geringere Zahl muss dieses Leiden am eigenen Körper erfahren – ich bin einer davon.


Mein Name ist Leon, ich bin leidenschaftlicher Hockeyspieler und zum Zeitpunkt der folgenden Geschichte 13 Jahre alt. 

Es war Ostern 2013, die Geräusche angestrengter Teenager und stolzer Familien lagen in der Luft. Ich kämpfte verbissen gemeinsam mit meiner Mannschaft um den Sieg auf einem Hockeyturnier, während die ausgelassene Stimmung von dem anstehenden Schulbeginn überschattet wurde. 
Zwei Tage nach dem Turnier erreichte meine Mutter ein unerwarteter Anruf aus meiner Schule. Ich sei nicht mehr in der Lage mein Handy festzuhalten und klage über Rückenschmerzen und ein Kribbeln in den Fingern. Noch auf dem Weg zum Auto meiner Mutter versagten meine Beine allmählich ihren Dienst und mir fiel es immer schwerer mich eigenständig zu halten. Im Krankenhaus angekommen misslangen die Versuche eine MRT durchzuführen, während die Lähmungen unaufhaltsam voran schritten. Man entschied sich dazu mich ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu verlegen, wo die Ärzte ebenfalls nur ratlos zusehen konnten, wie ich zunehmend die Kontrolle über meinen Körper verlor. Man sagte, dass man wie bei einer Naturkatastrophe nur ohnmächtig zusehen könne.
Ein Ödem drückte auf das Rückenmark meines zweiten Halswirbels und quetschte die Nervenbahnen – ein sogenannter “Rückenmarksinfarkt”. Die Ursache des Ödems ist bis heute unbekannt. Bei älteren Menschen oder durch Operationen können Ödeme vorkommen. Ich war weder alt, noch wurde ich operiert. Weltweit waren nur ein dutzend vergleichbare Fälle bekannt, welche alle einen sehr unterschiedlichen Ausgang hatten. 

Am Ende war ich vom Hals abwärts gelähmt nur noch in der Lage eigenständig zu atmen. Nach sechs verzweifelten Tagen auf der Intensivstation wurde ich in die neurologische Kinderabteilung verlegt. 
Es glich einem Wunder, doch ich konnte kurze Zeit später unerwartet mein linkes Bein aufstellen. Der Neurologe sicherte meiner Mutter dennoch zu, dass ich mein Leben fortan im Rollstuhl verbringen werde. Unter Tränen versicherte meine Mutter den Ärzten, dass ihr Sohn die Klinik eines Tages wieder auf eigenen Beinen betreten werde.

Nach Zehn Tagen in der neurologischen Kinderabteilung lies mich meine Mutter nach Boberg in das Querschnittsgelähmten-Zentrum verlegen. Die Verlegung war entscheidend für meine weitere Entwicklung, da es ab diesem Punkt langsam aber stetig bergauf ging. Nichtsdestotrotz musste ich zunächst mit einem Kran aus dem Bett und in den Rollstuhl gehoben werden. Die Pflegekräfte und das therapeutische Fachpersonal leisteten einen großartigen Job und dennoch waren die folgenden Monate ein Martyrium, besonders für einen Jungen meines Alters – sollte ich nicht gemeinsam mit meiner Mannschaft auf dem Spielfeld stehen?
Mitte Mai 2013 konnte ich wieder vom Rollstuhl befreit werden und mit wackeligen Beinen in einem Gehwagen erneut laufen lernen. Einen Monat später wurde ich mit Gehschienen an den Beinen aus der Klinik entlassen. Alles noch sehr wackelig, aber ich stand. Eigenständig! 
Dennoch hatte meine Muskulatur stark unter der Lähmung gelitten und nicht alle Muskelgruppen reagierten gleich gut auf die Therapien. Zuhause ging der Behandlungsmarathon weiter. Viermal wöchentlich musste ich zur Physiotherapie, zweimal wöchentlich zur Ergotherapie und regelmäßig zur Hippotherapie, die besonders effektiv war. 
Mit der Zeit wurde ich immer stabiler, was mich motivierte noch härter zu trainieren. Nach eineinhalb Jahren langweilten mich die Therapien und ich brauchte eine neue Herausforderung. 

Im richtigen Moment trat Özen, der Athletiktrainer meines kleinen Bruders, in mein Leben. Özen sprach damals meine Mutter an, dass er mein Personal Trainer werden wolle und mich eines Tages zurück zu meinem geliebten Sport bringen werde. Mittlerweile ist Özen nicht mehr einfach nur mein Trainer, sondern mein Freund und eine echte Vertrauensperson! Wir hatten gemeinsam eine Menge Spaß beim Training und feierten die wöchentlichen Erfolge, an die ich zuvor nicht geglaubt hätte. Ich wurde immer kräftiger, mein Gangbild verbesserte sich immens und mittlerweile hat er mich so weit gebracht, dass ich wieder meinem geliebten Sport nachgehen kann!
Auch heute trainiere ich noch regelmäßig mit Özen und ich freue mich auf das neue Fitnessstudio. Unser Aufeinandertreffen war ein absoluter Glücksfall für mich und ich bin mir sicher, dass Özen mich weiterhin mit viel Training auf meiner Reise zur alten Form begleiten wird. 

Am Ende bleibt nicht viel mehr zu sagen als, danke Özen!
 

Leon heute beim Fussballspielen, wie in seinen besten Zeiten

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